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Tip des Monats Dezember 2008

Touristische Leitbilder II

Der Planungsprozeß

Der Prozeß der Planung und Entwicklung des touristischen Leitbildes setzt sich als wirtschaftlicher Prozeß aus den Bausteinen Analyse, Zielen, Strategien und Umsetzung zusammen. 
Die Analyse als erster Schritt besteht darin, den Istzustand der Stadt oder Region zu erfassen. Daten über diesen Zustand werden, zumeist durch die externen Berater erfaßt oder bewertetet, um aus diesen Ergebnissen Möglichkeiten und Chancen, sowie auch Risiken bei der Entwicklung des Leitbildes abzuleiten. Bei der anschließenden Festlegung von Leitsätzen sollten dann folgende Fragen beantwortet werden:


  • Welche ist die Leitidee für die touristische Entwicklung der Gemeinde oder Region?
  • Welche besonderen Fähigkeiten der Region sollen hervorgehoben werden, um den langfristigen Erfolg im Tourismus sicherzustellen?
  • Wie kann man sich gegenüber der Mitbewerber auf dem Markt profilieren?
  • Wie kann den Gästen der größtmögliche Nutzen gebracht werden?
  • Welche Fähigkeiten müssen dafür entwickelt oder ausgebaut werden?

Diese Leitsätze zeigen die Grundsätze für die Tourismuspolitik auf. Nach ihnen orientieren sich alle tourismusrelevanten Handlungen. Im Anschluß an diese Leitsätze geht es darum, festgelegte Ziele zu definieren, die in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden sollen. Damit einher geht die Überprüfung der Realisierbarkeit der Ziele, beispielsweise aus finanzieller Sicht.

Die Erarbeitung des Leitbildes

Für den Erarbeitungsprozeß sind zwei verschiedene Methoden zu unterscheiden. Es handelt sich um die verschiedenen Herangehensweisen der Expertenberatung oder der Prozeßberatung. Bei der Expertenberatung erfolgt die Ausarbeitung weitgehend ohne direkte Beteiligung der Vertreter der Region/Gemeinde. Dies wird vor allem in den USA häufig praktiziert. Im Gegensatz dazu stellt die in Europa übliche und bewährte Methode der Prozeßberatung die Partizipation möglichst großer Teile der Bevölkerung an der Erarbeitung des Leitbildes in den Mittelpunkt. Die Ausarbeitung basiert also auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Experten und Ortsbevölkerung. Das Konzept besteht darin, daß dem jeweiligen Experten eine Arbeitsgruppe von Gemeindevertretern und Tourismusverantwortlichen zur Seite gestellt wird, um die totale 

Partizipation zu gewährleisten.

Grundvoraussetzungen für das Gelingen eines touristischen Leitbildes


  • Die Berücksichtigung des Wissens und der Ideen möglichst aller an der Prozeßberatung Beteiligten
  • Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe unter externer Leitung, die alle Interessensbereiche des Gebiets vertritt
  • Bei der Umsetzung sollten mehrere engagierte Leute die Rolle der Zugpferde übernehmen

Die Aufgaben der externen Berater

Es ist unbedingt notwendig bei der Leitbildentwicklung externe Berater für eine objektive Perspektive miteinzubinden. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben besteht in der Moderation von Diskussionen. Dabei geht es darum, die Themen vorzubereiten, Abläufe zu strukturieren und an den richtigen Stellen die richtigen Fragen zu stellen. Besondere Bedeutung wird den externen Beratern für die Verhinderung von Fehlentscheidungen zugemessen.

Die Vorgehensweise

Die Vorgehensweise bei der Erstellung eines touristischen Leitbildes ist ein politischer Prozeß, der in drei Phasen abläuft. In der Phase der Vorbereitung finden Informationsgespräche zwischen externen Beratern und den Kompetenzzentren für Tourismus statt. Es erfolgen Abstimmungen zwischen Gemeindeebene und Region, sowie Abstimmungen mit touristischen Anbietern der Region. Außerdem werden Finanzierung und organisatorische Rahmenbedingungen abgeklärt. In der zweiten Phase geht es um die Erarbeitung. Hier wird das Projekt öffentlich vorgestellt, Arbeitsgruppen werden eingerichtet und Arbeitssitzungen für die Präsentation der Zwischenergebnisse abgehalten. Besonderes Augenmerk liegt in dieser Phase auf der Leistung von Öffentlichkeitsarbeit und der schriftlichen Formulierung des Leitbildes. Schließlich erfolgt die Umsetzung, die durch eine Kontrollgruppe beobachtet wird. Je nach Bedarf werden in dieser Phase prozeßbegleitende Sitzungen mit externen Beratern abgehalten, um entstehende Fragen oder erzielte Erfolge überblicken zu können.


Mehr zu diesem Thema:

  • Roth, Peter; Schrand, Axel (2003): Touristikmarketing, München, Verlag Franz Vahlen GmbH.
  • Kompetenzzentrum Tourismus Weser-Ems (Hg.) (2001) Ein Leitfaden für Leitbilder. Inhalt und Erarbeitung touristischer Leitbilder für Orte und Regionen, Bad Zwischenahn: Kompetenzzentrum Tourismus.
    (www.ris-weser-ems.de/kompz/tourism//download/leitfaden_internetversion.pdf)

Touristische Leitbilder I
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