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Tip des Monats Mai 2013


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Gesellschaft: Lebenszeit - Arbeitszeit - Freizeit II

Während die durchschnittliche tägliche Arbeitszeit im Jahr 1900 rund 12h betrug und bis heute auf etwa 8h gesunken ist, so ist die Freizeit (Dispositionszeit) parallel dazu nicht um 4h pro Tag angestiegen. Es kann also nicht die Rede davon sein, daß ein weniger an Arbeit automatisch ein mehr an Freizeit bedeutet. Dies liegt hauptsächlich im Wachsen der sogenannten Obligationszeit begründet, welche uns nur teilweise vorgaukelt Freizeit zu sein, denn hier erwarten uns die sogenannten Pflichtdienste und Pflichtaufgaben, die wir zwar meistens relativ frei organisieren uns aber nicht um sie drücken können. Die Obligationszeit ist im Verlauf der letzten rund 150 Jahre kontinuierlich gestiegen und wird es auch weiterhin tun – zu Lasten unserer Freizeit. Denn in den kommenden 30 Jahren wird unsere Freizeit lediglich um 4% steigen, die Obligationszeit hingegen um fast 25%. Im Verhältnis der uns zur Verfügung stehenden Lebenszeit sieht es sogar noch schlechter aus. Die Freizeit wird anteilig sogar sinken, was unter anderem mit dem demographischen Wandel zusammenhängt. Wir werden immer älter und das bedeutet auch immer mehr Verpflichtungen.
Auch die Determinationszeit wird in den kommenden Jahrzehnten weiter anwachsen, wobei dies weniger auf einen Anstieg unserer Arbeitszeit zurückzuführen ist, als auf die Bereiche Schlafen und Essen, die – parallel zur steigenden Lebenserwartung – entsprechend Zeit in Anspruch nehmen.

Interessant ist auch die Tatsache, daß trotz Arbeitszeitverkürzungen in den Menschen das subjektive Gefühl gewachsen ist, weniger Freizeit zur Verfügung zu haben. Dies liegt vor allem an dem deutlich gewachsenen Anteil der bereits beschriebenen Obligationszeit, den viele zwar nicht als Arbeit, aber erst recht nicht als Freizeit wahrnehmen, eher als eine Art lästige Pflicht, die einen davon abhält das Tun und Lassen zu können was man gerne möchte.
Nur in der Freizeit steht uns auch der Raum zur Verfügung Urlaub zu machen und touristisch gesehen zu verreisen, denn Urlaub kann definitorisch nur u nserer Freizeit stattfinden, wenn gleich es einige Überschneidungen mit der Arbeitszeit geben kann. Urlaub und Reisen sind dabei nicht identisch, denn Urlaub findet vielfach auch zuhasue statt, während das Reisen immer eine Raumveränderung voraussetzt. In wie weit in der Zukunft nun auch die Obligationszeit durch Reiseaktivitäten gekennzeichnet sein wird, ist derzeit noch nicht verläßlich quantifizierbar. Dennoch deuten einige Aspekte darauf hin, daß in einer immer vernetzteren und globalisierteren Welt, auch die Obligationszeit mehr und mehr für Reisetätigkeiten (auch partiell touristsicher Natur) genutzt werden muß (z.B. länderübergreifende Familienfeste, Verwandten-/Freundebesuche etc.). Das wesentliche Wachstum an Zeit, die für weitere Reisetätigkeiten zur Verfügung stehen kann, ist also in diesem teil-verpflichteten Zeitbudget der Menschen vorzufinden. Entsprechend werden sich auch zukünftige Angebote und Produkte vermehrt darauf einstellen müssen.

Um heute als freizeitwirtschaftlich orientiertes Unternehmen erfolgreich zu agieren, sind daher exakte Kenntnisse rund um die Phänomene „Freizeit, Erlebnis und Urlaub“ sowie „touristisches Konsumentenverhalten“ und „adäquate Zielgruppensegementierung“ von existentieller Bedeutung. Gerade in der Unkenntnis und auch dem Desinteresse über diese gesellschaftlichen Veränderungen besteht das Problem zahlreicher Unternehmen.


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