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Das Bewußtsein der Deutschen für nachhaltigen Tourismus wächst zunehmend. Ökologisches Reisen muß für den Reisenden nicht zwangsläufig Verzicht bedeuten. Dem Trend folgt auch die Tourismuswirtschaft. Zwei Gütesiegel verbriefen nun die Umweltfreundlichkeit einer Urlaubsreise. Wer unabhängig von Nachhaltigkeitssiegeln reisen möchte, kann seine CO2-Bilanz mit einer Emissionsspende ausgleichen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist nun auch in der Tourismuswirtschaft allgegenwärtig. „Tue Gutes und rede darüber.“ Dieser bisherige Leitspruch der CSR-Philosophie, müßte für die Tourismuswirtschaft „Zahle mehr und reise in Frieden“ lauten.
Denn wen vor Antritt seiner Traumreise auf die Bahamas das schlechte Gewissen plagt, darf seine persönliche CO2-Bilanz mit einer Geldspende an „klimafreundliche“ Reiseunternehmen neutralisieren. Seinen ökologischen Fußabdruck kann der Urlauber mit Kompensationszahlungen wieder ausgleichen. Unternehmen wie Atmosfair oder Myclimate greifen diesen Gedanken auf und werben für klimabewußtes Fliegen. Der sogenannte ökologische Fußabdruck wurde Mitte der 1990er Jahre entwickelt, um die Auswirkungen des Menschen auf die Erde durch Aktivitäten, wie Konsum und Produktion, besser darstellen zu können. Der ökologische Fußabdruck ist ein Bild, das für unseren Ressourcenverbrauch steht. Die CO2-Emission einer Person auf einem Flug von München nach Arthur’s Town (Bahamas) und wieder zurück, entspricht der Klimawirkung von etwa 5.980 kg CO2. Zum Vergleich: im Durchschnitt stehen einem Erdenbürger 3.000 kg CO2 pro Jahr zu. Atmosfair erstellt anhand eines Emissionsrechners wie viele Klimagase die gewählte Flugreise verursacht. Damit die lange ersehnte Traumreise auf die Bahamas kein Traum bleiben muß, ermittelt der Klimarechner für die Traumreise in die Karibik eine Geldspende (Kompensation) von 139,-- Euro. Die Geldspenden werden in konkrete Umweltschutz- oder Sozialprojekte investiert, die der Spender auf den Internetseiten mitverfolgen kann. Der WWF hat in seiner jüngsten Veröffentlichung „Der touristische Klima-Fußabdruck“ CO2-Emissionen für sieben typische Destinationen errechnet:
Die Kurzreise nach Südtirol, der Badeurlaub auf Rügen und der Gesundheitsurlaub im Allgäu landen mit erwartungsgemäß niedrigen Emissionswerten auf den Rängen zwei bis vier. Wer nach Mexiko und andere ferne Länder fliegt, verbraucht im Durchschnitt bei einer Reise sein persönliches CO2-Budget von zwei Jahren. Alternativ bietet sich dem am Thema Nachhaltigkeit interessierten Reisenden die Möglichkeit seine Destinationen nach Kriterien des Umweltschutzes auszuwählen. In einer Gesellschaft, in der der Mensch rückschauend die Folgen seiner Lebensgewohnheiten überblickt, besinnt er sich auf den Anfang allen Massentourismus und dessen ökologische Folgen. Es ist zwar kein neues Bewußtsein, das viele Reiselustige heutzutage betonen, sondern neuerdings die Entschlossenheit der Verbraucher, ihre „Schuld“ in Form eines Sündenablasses, ähnlich dem im Mittelalter, zurückzahlen zu wollen. Die Tourismuswirtschaft reagiert auf diese Bußbereitschaft, in dem Anbieter mit Öko-Siegeln für ihre Destinationen werben.
Unter psychologischer Preisgestaltung sind alle Maßnahmen zusammengefasst, die im Ergebnis ein Produkt oder eine Dienstleistung für den potenziellen Kunden günst...<mehr>